Iran: Atomprogramm und Sanktionen

Iran: Atomprogramm und Sanktionen

Als Beiprogramm zur Amtseinführung des iranischen Präsidenten Rohani hat das Repräsentantenhaus der USA eine Verschärfung der Sanktionen auf den Weg gebracht. Diese Sanktionen zielen darauf ab, das Atomprogramm Irans zu stoppen und internationaler Kontrolle zu unterwerfen. Zwei Gesichtspunkte geraten dabei immer erneut aus dem Blick:

Zum einen wird das Atomprogramm Israels von der Weltöffentlichkeit und hier besonders von den westlichen Staaten quasi systematisch „vergessen“. Die atomare Aufrüstung Israels unterliegt nicht der Kontrolle der IAEA. Daran nimmt anscheinend keine der Regierungen, die sich eifrig um die Eindämmung der iranischen Aktivitäten bemühen, Anstoß.

Die Gründe hierfür liegen zum anderen offensichtlich in der selbstzufriedenen Auffassung begründet, das eigene Handeln sei per se richtig, der eigene Blick auf die Welt und deren politische Struktur gehe von zutreffenden Tatsachen aus. Dabei wird vergessen, daß zur Grundbedingung eines kritischen Urteils mindestens versuchsweise der Standpunkt des Gegenübers einzunehmen ist. Und aus der Sicht Irans stellt sich die Welt ganz anders dar. Für die iranische Führung ist der Iran umgeben von feindselig gesinnten politischen Systemen, allen voran die USA und deren Klientel. Daß die USA nicht nur die schlechthin wahrheitsliebende und friedfertige Demokratie sein kann, sondern zumindest teilweise massive Macht- und Wirtschaftsinteressen einer Weltmacht deren Handeln bestimmen, hat der Irak-Krieg gezeigt. Und hat ebenso die vorher massive Unterstützung Saddam Husseins im Angriffskrieg des Irak gegen den Iran deutlich gemacht.